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Ratgeber zum Thema Hauptuntersuchung

Seit 1951 muss Ihr Fahrzeug alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung vorgeführt werden, ein

Neuwagen nach drei Jahren.

Nur mit bestandener HU darf Ihr Fahrzeug öffentliche Straßen befahren. Mit dieser Bestimmung

wollen die Behörden die technische Sicherheit im Verkehr gewährleisten.

Verpasst der Fahrzeughalter die Frist, erwartet ihn bei der nächsten Hauptuntersuchung ein erhöhtes

Prüfentgelt, sobald das Fahrzeug später als 2 Monate nach der Ablauffrist vorgeführt wird.

Verantwortlich für das fristgerechte Vorführen des Fahrzeuges zur HU ist der Halter des Wagens.

Bei der Zulassung eines Gebrauchtwagens verlangt die Zulassungsstelle bei der Anmeldung ebenfalls

eine gültige HU-Bescheinigung.

Wer darf die Hauptuntersuchung durchführen?

Aufgrund des früheren Monopols des „TÜV“ (Technischer Überwachungsverein) als ausführende

Organisation wird die Hauptuntersuchung umgangssprachlich häufig auch „TÜV“ genannt.

Seit 1990 dürfen auch andere staatlich anerkannte technische Prüforganisationen diese

Untersuchungen durchführen:

  • GTÜ – Gesellschaft für technische Überwachung
  • DEKRA – Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein
  • KÜS – Kraftfahrzeug-Überwachungs-Organisation

Die Vorführung zur Hauptuntersuchung

Prüfingenieure führen eine Sichtprüfung durch und überprüfen die Funktionen und Wirkungen der

technischen Elemente. Sie orientieren sich bei dieser Maßnahme an einer verbindlichen Liste mit

mehr als 150 Punkten. Unter anderem kontrollieren sie folgende Prüfpunkte:

  • die Identität des Fahrzeuges
  • das Fahrwerk
  • die Bremsanlage
  • die Lenkanlage
  • Achsen, Aufhängungen der Räder und die Reifen
  • Karosserie und Rahmen
  • elektrische Anlage einschließlich Beleuchtung
  • Scheiben und Spiegel
  • Ausrüstung des PKW mit Warnleuchte, Warndreieck und Verbandskasten
  • Funktionsfähigkeit der Pedale, Sitze und Sicherheitsgurte
  • Elektronische Assistenz- und Sicherheitssysteme
  • Umweltverträglichkeit: Abgaswerte, Geräuschverhalten, Verluste von Flüssigkeiten und Ölen,
  • Zustand der Gasanlage (wenn vorhanden)

Grundsätzlich gilt: Was an einem Fahrzeug montiert ist, muss auch funktionieren. Der Prüfingenieur

erstellt einen Mängelbericht, erläutert Ihnen die Ergebnisse ihrer Untersuchung und begründet seine

Entscheidung, wenn die Plakette nicht erteilt wurde.

Die Mängelklassen

Funktionieren die technischen Komponenten noch, wie sie sollen? Hält sich der Rostbefall in

Grenzen? Bei der Hauptuntersuchung (HU) gehen die Prüfingenieure diesen Fragen auf den Grund,

um die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs zu überprüfen.

Es gibt mehrere Kategorien von Mängeln. Besonders bedeutsam für das Prüfergebnis ist der

Unterschied zwischen geringen, erheblichen und verkehrsunsicheren Mängeln.

Ohne festgestellte Mängel

(OM): Die Plakette wird erteilt. Das KFZ weist zum Zeitpunkt der Prüfung

keine Mängel auf.

Geringe Mängel

(GM): Trotz kleinerer Mängel ist die Prüfung bestanden. Als gering bezeichnen die

Prüfingenieure etwa einen geringfügig zerkratzten Außenspiegel oder eine defekte

Kennzeichenbeleuchtung. Eine Nachuntersuchung ist nicht erforderlich. Der Halter des Autos muss

die im Prüfbericht festgehaltenen geringen Mängel jedoch unverzüglich beheben. Außerdem

erwartet der Prüfingenieur, dass eine Bereitschaft zur Abhilfe beim Halter erkennbar ist.

Erhebliche Mängel

(EM): Keine Plakette, das Fahrzeug muss zur Nachuntersuchung vorgestellt

werden. Wenn die Ingenieure erhebliche Mängel feststellen, kann die Plakette nicht erteilt werden

und die Prüfung gilt als nicht bestanden. Der Halter ist aufgefordert, die Mängel unverzüglich zu

beseitigen. Beispiele sind ein zu geringes Reifenprofil, Rostbefall an tragenden Karosserieteilen oder

eine zu geringe Bremswirkung. Das Fahrzeug ist innerhalb von vier Wochen zu reparieren und erneut

zur Nachuntersuchung vorzuführen.

Gefährliche Mängel

(VM): keine Plakette, das Fahrzeug muss zur Nachuntersuchung vorgestellt

werden. Ein gefährlicher Mangel bedeutet eine unmittelbare Verkehrsgefährdung oder eine

Beeinträchtigung der Umwelt. Stellen die Prüfingenieure einen derartigen Mangel fest, vermerken

sie dies im Prüfbericht. Eine unverzügliche Beseitigung der Mängel ist erforderlich. Der Fahrer darf

das Fahrzeug nur noch bis nach Hause oder zur Werkstatt bewegen. Innerhalb von vier Wochen muss

eine Nachuntersuchung des KFZ erfolgen.

Verkehrsunsicher

(VU): Wenn die Prüfingenieure feststellen, dass von dem Fahrzeug eine

„unmittelbare Verkehrsgefährdung“ ausgeht, müssen sie die noch vorhandene Plakette entfernen

und die Zulassungsbehörde informieren. Das Fahrzeug darf ab sofort nicht mehr am Straßenverkehr

teilnehmen. Beispiele für einen verkehrsunsicheren Zustand eines PKW sind eine defekte Bremsoder

Lenkanlage.

Wann muss das Fahrzeug zur Hauptuntersuchung?

Die Gültigkeit der Hauptuntersuchung verrät die farbige Plakette, die der Prüfer bei der letzten

Vorführung auf das hintere Kennzeichen geklebt hat. Die oben stehende Ziffer gibt den Monat an, die

in der Mitte das Jahr. Die Fälligkeit der nächsten HU finden Sie außerdem in Form eines Stempels in

der Zulassungsbescheinigung Teil I (ZB I).

Seit 2010 ist auch die Abgasuntersuchung Bestandteil der Hauptuntersuchung. Sie kann jedoch auch

von einer Dakks-Akreditierten KFZ-Werkstatt durchgeführt werden und die Bescheinigung darüber

zur HU mitgebracht werden, diese darf jedoch zum Zeitpunkt der HU nicht älter als einen Monat sein.

Welche Unterlagen benötige ich zur Hauptuntersuchung?

Wer seinen PKW zur HU vorführt, sollte die folgenden Dokumente mitbringen:

  • den Fahrzeugschein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I,
  • den Nachweis über eine Änderungsabnahme, wenn eine durchgeführt wurde.
  • Für Sonderzubehör, wie etwa ein Sportlenkrad, die KAT-Nachrüstung oder eine Tieferlegung

wird ein gültiges Prüfzeugnis benötigt.

Darf die Frist überzogen werden?

Der Gesetzgeber erlaubt es generell nicht, dass Fahrzeuge ohne gültige Hauptuntersuchung am

Straßenverkehr teilnehmen.

Die Bußgeldstelle berechnet für das Fahren ohne gültige HU Bußgelder von 15 Euro bis 60 Euro.

Die Forderungen werden erst dann erhoben, wenn die Überschreitung der Frist durch beispielsweise

eine Verkehrskontrolle bemerkt wird.

Die Prüforganisationen verlangen kein Bußgeld, jedoch ein erhöhtes Entgelt wenn ein Fahrzeug mit

einer länger als 2 Monate abgelaufenen Plakette vorgeführt wird.

Die Hauptuntersuchung in den KFZ-Prüfstellen des Ingenieurbüros Jacob

Das Ingenieurbüro Jacob führt im Namen der GTÜ Hauptuntersuchungen an den Prüfstellen in

Buchholz (Nordheide) und Tostedt ohne Anmeldung bzw. Termin für Sie durch.

Öffnungszeiten der Prüfstellen und weitere Informationen finden Sie unter www.kfz-jacob.de,

ebenso wie Möglichkeiten der Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail.

Unsere Prüfingenieure führen neben der HU nach §29 der StVZO auch Sicherheitsprüfungen, Einund

Anbauabnahmen sowie Begutachtungen zur Einstufung zum Oldtimer für Sie durch. Nähere

Informationen hierzu finden Sie bei der GTÜ unter:

www.gtue.de/de/privatkunden/vorgeschriebene-fahrzeuguntersuchungen/hauptuntersuchunghu#

hu

Der Autor

Kfz-Sachverständige jacob

Innungsstraße 6, 21244 Buchholz

Telefon: 04181-92 34 40
Web: https://www.kfz-jacob.de/

Über den Autor

Kfz-Sachverständige jacob

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Fax: 04181-92 34 41

E-Mail: info@kfz-jacob.de
Website: https://www.kfz-jacob.de/

Kfz-Sachverständige Jacob ist Ihr verlässlicher Partner für alle Kfz-Gutachten und Fahrzeuguntersuchungen im Großraum Hamburg und Niedersachsen. Unsere Expertise erstreckt sich von Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen bis hin zu Wertgutachten für Young- und Oldtimer. Vertrauen Sie unserer langjährigen Erfahrung und unserem Fachwissen rund um Fahrzeuge.